Newsletter Dezember 2017

Zwei Gräber

 Leider hat mich mein Unterbewusstsein dazu bewegt, nach einem Seminar in Speyer das dortige Grab von Helmut Kohl zu besuchen. Eine verstörende Erfahrung wäre mir erspart geblieben. Andererseits können Gedanken zum Thema „Über den Tod hinaus…“ durchaus erhellend wirken.

Was soll es uns sagen, dieses monströse Einzelgrab, geradezu einsam – am Rande eines öffentlichen Parks gelegen? Keine Blume, keine Botschaft, nur eine schiere blanke Holzplatte! Das Ganze komplett eingezäunt und von einer Videokamera „bewacht“. Ein verdorrter Kranz der CDU-Senioren Wuppertal liegt vor dem Gitter. Wie armselig. “Die Witwe will ihn für sich allein. Sie duldet nichts anderes!“ erzählt eine Einheimische.

Dieses gänzlich unerwartete, irgendwie schockierende Szenario hat für mich etwas Symbolhaftes: Innere Kohärenz, den Einklang mit sich und seiner Welt zu finden, ist das Höchste im Leben. Wenn das im Leben nicht gelingt, findet Zerrissenheit auch danach ihren Ausdruck…



Vor einigen Tagen das Gegenbild in Hamburg. Ein anderes Kanzler-Grab. Man muss lange suchen, um die Ruhestätte von Helmut und Loki Schmidt zu finden. Wie anders fühlt es sich hier an! Mitten auf dem Friedhof Ohlsdorf gelegen. Unter hohen Bäumen, unauffällig und auf eine stille Weise lebendig. Mit Blumen, Kränzen und einer Zigarette. Das muss sein! immer wieder kommen Menschen vorbei, verharren und gehen weiter…


Partnerschaften: Wir sind feinfühliger als wir glauben

 

Wie kommt es, dass wir uns in Gegenwart mancher Menschen unwohl, angespannt, unruhig fühlen - obwohl es keinen offensichtlichen Grund gibt dafür. Und warum ist es bei anderen ganz anders?

Warum ist es so schwer, sich abzugrenzen und offen zu kommunizieren?

Das hat viel mit dem “sozialen Vagus“ zu tun, einer bislang unbekannten Struktur des Nervensystems. Der amerikanische Forscher Stephen Porges hat sie vor einigen Jahren entdeckt und damit ein neues Verständnis u.a. für Beziehungsprozesse ermöglicht.

 

Offensichtlich gibt es neben der bewussten Wahrnehmung (Perzeption) über die Sinne (Worte, Geruch, nonverbale Signale etc.) eine vollkommen unbewusste Wahrnehmung (Neurozeption), die noch ganz andere, tiefliegende Signale des Gegenübers wahrnimmt. Es geht dabei immer um die Fragen „Wie sicher bin ich hier?“ - „Kann ich hier so sein wie ich bin?“ u.a.

 

Wenn Perzeption und Neurozeption nicht übereinstimmen, dann gewinnt die Neuro-Wahrnehmung, denn sie hat eine Warn-Funktion und ist damit schneller.

Eine hochspannende Sache mit hautnaher Bedeutung fürs Hier und Jetzt! Beiträge von Porges auf YouTube.

 https://www.youtube.com/watch?v=ivLEAlhBHPM

 https://www.youtube.com/watch?v=3pbVTla932Y

 


Selbstversuch: Diese kleine Bewegung unterbricht negative Gedanken

 

Die 3 Inneren Schalter sind so wirksam, weil sie negative, belastende, beunruhigende Gedanken unterbrechen können. Das ist essentiell, denn erst wenn der Kopf freier wird, können Gelassenheit, positive Gefühle und zuversichtliche Gedanken wieder fließen.

Hier jetzt die Möglichkeit, dies ansatzweise in einem kleinen Selbstversuch zu erleben. Die Inneren Schalter werden mit winzigen Bewegungen aktiviert. So wie auf diesem improvisierten Video. Folge einfach dieser Demonstration.

 

Die Handballen können aufliegen, die Handflächen heben und senken sich langsam, fühlend. Die Lippen bewegen sich ganz sanft dabei-so bleibt der Kiefer locker - das ist ganz wichtig!

Wenn du jetzt an etwas Ärgerliches, Nerviges denkst, dann kannst du erleben, dass sich diese Gedanken verändern werden.

 

Demo: Die Rossini-Kohärenz-Methode: Handlifting

 

 


VideoClip des Monats:  Prof. Hüther -  Keine Lust mehr!

 

Auf Vorträge von Hüther habe ich in der Vergangenheit immer mal wieder hingewiesen.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war der Versuch, das Bewusstsein für Schule, fürs Lehren und Lernen zu erweitern. Dazu hat er jetzt keine Lust mehr. "Schule lässt sich nicht ändern. Sie soll die Schüler produzieren, die die Gesellschaft braucht!" Darum aber vor allem um lohnendere Ansätze geht es in diesem aktuellen und mitreißenden Vortrag.

 https://www.youtube.com/watch?v=5JrLUEekyM0&t=3346s

 


Fritz Buddha. Gesehen in Iserlohn

 

Musik

Der Advent steht vor der Tür. Und auch in diesem Jahr fällt es nicht leicht, sich auf diese stille Zeit einzustimmen. Musik kann helfen, zum Beispiel dieses wunderbare „Blumenduett“ aus der Oper Lakmė mit Anna Netrebko & Elina Garanca

 

Und eine verkürzte Audiofassung zum Download

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Blumenduett.wma
Windows Media Video Format 4.2 MB