Die Positive Psychomotorik (Wiss)

Im ersten Lebensdrittel geschieht etwas, das stärker als alle gedanklichen und emotionalen Prozesse das weitere Leben des Menschen formt und festigt. Es ist die dramatische Ausbremsung der Motorik. Während das freie Kind aus einer dynamischen, spontanen und selbstregulativen Bewegungsvielfalt heraus lebt und dabei enorme Entwicklungsleistungen verrichtet, dominieren in der "Erwachsenenmotorik" gebremste, kontrollierte Bewegungen, Diese dienen weniger den eigenen vitalen Bedürfnissen als vielmehr dem Motiv der Anpassung. Der Anpassung an die Erwartungen der Ursprungsfamilie, der Schule, der Partner – an die Konventionen des sozialen Umfeldes.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu, aber die Arbeiten der modernen Hirnforschung legen den Schluss nahe, dass diese unbewusste innere Ausbremsung unseren Charakter offensichtlich stärker prägt als genetische und alle anderen Einflussfaktoren.

Das Hirn speichert diese motorischen Erfahrungen in Form von Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen ab und schreibt damit sich selbst verstärkende Programme, die deswegen so bedeutsam sind, weil alle Emotionen und Gedanken auf motorischen Impulsen basieren.

Die Arbeit mit den Wiss (Wohlfühlen in sich selbst-) Bewegungen nun zielt darauf ab, diese Prozesse zu stoppen und zu verändern. Und zwar nicht nur im psychothera-peutischen Kontext, sondern gerade auch über Formate, die für solche Menschen akzeptabel und ansprechend sind, die therapeutischen Angeboten gegenüber zurückhaltend eingestellt sind.

 


"Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben." Milton Erickson