Rossini - Newsletter  Frühjahr 2020

 

 

 

Auch bedarf der Mensch, der gewöhnlich sein Leben in Zerstreuung und Leichtsinn vor sich hin lebt

 und immer voraneilt, ohne zu wissen, was ihn eigentlich treibt und was er eigentlich will,

 in seinem Laufe von Zeit zu Zeit angehalten und zu sich selbst zurückgeführt zu werden; er bedarf eines Steins am Wege, auf den er sich hinsetze und in sein vergangenes Leben zurücksehe.

 

 Matthias Claudius (1740 - 1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler

 

Ja, solche Steine sind uns jetzt ins Leben gekullert. Unüberfühlbar. Niemand von uns wird aus dieser Zeit so herauskommen wie sie/er reingegangen ist. Und das ist wahrscheinlich gut so! Viele der üblichen Regulationsmechanismen fallen jetzt weg oder haben sich radikal verändert: Arbeit, Begegnungen, Freizeit, Aufgaben, Pflichten. Und das macht diese Zeit zu einer extremen Herausforderung für unser Gehirn. Für die Nerven!

Jetzt muss es darum gehen, nicht auch noch die innere Beweglichkeit zu verlieren. Sonst wird es eng und enger. Doch um diese innere Beweglichkeit immer wieder herstellen zu können, werden wir "Werkzeuge" brauchen.

Hier kann sich in den nächsten Wochen der Wert der Positiven Psychologie mit ihren pragmatischen Techniken erweisen, da gibt es einige, zum Beispiel die Inneren Schaltern der Rossini-Kohärenz-Methode.

Ich werde deshalb dem Beispiel von KollegInnen folgen und in den nächsten Tagen ein Online-Format anbieten. Thema: "Anleitung zum Inneren Umschalten." Infos dazu folgen auf diesem Weg.

 

 

 

Die Beleuchtung fürs

Video-Studio wurde

gerade angeliefert.

 

Anders als über Amazon geht

es ja z.Z. leider nicht.

 

Die Transformation ist allumfassend. Und wir sind alle dabei.Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat darüber in der WELT einen lesenswerten Artikel verfasst: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist

Und Michel Friedmann interviewt den hier schon häufiger erwähnten Hirnforscher Prof. Hüther zum Thema „Angst in der Corona-Isolation."

Download
Wie wir uns wundern werden....pdf
Adobe Acrobat Dokument 351.6 KB

Ein Spiegel?

Selbst aus Bereichen, die sonst nicht zur philosophischen Selbstreflektion neigen, hört man Nachdenkliches. Etwa aus dem Sport. Der ehemalige Fußballprofi und jetzige Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, Fredi Bobic, sagt:

„Die Natur hat uns allen den Spiegel vorgehalten!" Wie wahr!

Und deshalb verspreche ich mir, wie viele andere, von dieser Krise auch positive gesellschaftliche Veränderungen. Zum Beispiel den Kollaps der verachtenswerten Massentierhaltung und deren Begleiterscheinungen.

 

 

 

Und bedanke mich in diesem Zusammenhang herzlich für den Hinweis auf den Betrieb des Bauern Ernst Hermann Maier. Er macht es auf eine zutiefst berührende Weise anders. Dieses Bild, finde ich, sagt alles!

 

Seine Rinder leben das ganze Jahr über unter freiem Himmel, in einer urtümlichen Herde.

 

 

   

"Wir freuen uns an ihnen und sie freuen sich an uns. Ansonsten lassen wir sie in Ruhe!“

 

 

 

Ich habe mir den Hof  bei Balingen angeschaut,

im Hofladen mit gutem Gefühl Fleisch gekauft, bin sofort dem Unterstützerverein URIA beigetreten und begeistert weitergefahren.

 

Lesen Sie hier... "Lebendtransporte meiner Rinder in den Schlachthof  nur über meine Leiche!"

 


 

Lese-/ Hör- Tipp:

 

"Freiheit ist das zu lassen, was man nicht tun will"

Ein Zitat aus dem Buch "Achtsam morden" von Karsten Dusse (Random House). Ich kenne nur die Hörbuchfassung. Matthias Matschke liest grandios.

 Hörprobe

Dieser bitterböse, witzige und auch noch spannende Roman ist sicherlich auch eine Replik auf den anhaltenden Achtsamkeits-Hype.

Viele reagieren mittlerweile genervt, vor allem wenn Achtsamkeit raunend und beschwörend als Lösung aller Probleme empfohlen wird. Achtsamkeit an sich ist natürlich eine enorm hilfreiche Haltung, sie sollte nur nicht so trocken und asketisch daherkommen.

Denn wer mit dem vollen Leben, mit lebendigen Kindern und Partnern, widerspenstigen Kollegen u.a. möglichen "Stressoren" zu tun hat, der kommt nicht weit mit stummer Achtsamkeit. Der braucht auch eine dynamische Achtsamkeit! 

Im Mai erscheint die Fortsetzung: Das Kind in mir will achtsam morden!


Musik hilft immer! Und wie! Besonders jetzt!

 

Der Gefangenen-Chor in Corona-Zeiten

Und der Bolero in Corona-Distanz.

Und Sie können auch jeden Morgen, pünktlich um 9 Uhr mitsingen! Bringt Laune, ich bin auch dabei.

 

Und noch Geschenk für Liebhaber klassischer Musik:

Die Berliner Philharmonie ist z.Z. natürlich geschlossen. Dafür öffnet die digitale Konzerthalle für 30 Tage kostenlos die "Pforte" und ermöglicht in dieser Zeit den unbegrenzten Zugang zu allen Konzerten und Filmen im Archiv.

 


Der Blues-Wolf

Für das Einüben der Inneren Schalter suche ich immer wieder nach stimmiger, gefühlvoller Musik.

Eine glückliche Fügung hat mich vor einigen Wochen mit Wolfgang Schuster zusammengebracht. Dem "Blueswolf" aus Speyer.

 Zwei Stunden sitzen wir uns gegenüber und er spielt und spielt, mit ganz verschiedenen Gitarren, wunderbare Blues Passagen. Und ich kann sie aufnehmen und mitnehmen. Danke Wolfgang!


Wie geht es bei/mit uns weiter?

 

Das Seminarhotel ist zur Zeit geschlossen, und das Osterseminar mussten wir natürlich absagen.

Die nächsten Termine sind die Workshops über Pfingsten und im Sommer.

Beide Seminare sind offen für alle und gleichzeitig Orientierungsmöglichkeiten für Ausbildungsinteressenten.

Und sobald wir sie kennen, werden wir über die aktuellen Daten meiner Tagesseminare  auf dieser Homepage informieren.

Ich selbst komme mit dem Rückzug glänzend zurecht. Zwar fehlen mir die schönen Vorträge, Seminare und Reisen dorthin schon, aber ein mir seit langer Zeit unbekanntes Gefühl von "endlos Zeit haben" gleicht alles aus.

Noch einen Tag vor dem Lockdown war ich wg. der Schalter-APP im noch pulsierenden Berlin, einen Tag später dann in der Gegenwelt, in unserem Haus in der tiefsten niedersächsischen Provinz. Am Rande des Teufelsmoors. Aber selbst hier entwickelt sich jetzt Neues: Zum Beispiel die abendlichen Kurzgebete, die Marco Müller, der Pastor einer benachbarten Gemeinde, jetzt täglich um 19 Uhr per WhatsApp verschickt. Dieser Mann füllt die Kirchen und vielleicht können Sie erahnen, warum das so ist. Für mich ist es die Stimme, die fühlt, was sie spricht.

 

Abendgebet in Coronazeiten, Pastor Müller, 31.3.2020

Abendgebet Pastor Müller, Oese vom 3.4.2020