Rossini - Newsletter  Juni 2020

 

 

 

Es geht weiter

 

Seit vier Wochen ist das Seminarhotel wieder geöffnet. Wegen der Sicherheitsmaßnahmen ist es sehr aufwändig, aber es funktioniert gut. Es geht weiter.

Ich hatte erwogen, das Seminar „Wie Gedanken Ruhe finden“ über Pfingsten abzusagen. Abstandsregeln im Seminarraum, das hörte sich erst einmal nicht gut an. Aber wie sagte Einstein so schön: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben!"

Und so haben sich Wege gefunden, die Inneren Schalter anders kennen zu lernen und einüben zu können. Ohne Körperkontakt. Das schöne Wetter machte es möglich dafür auch immer wieder den Garten zu nutzen.

 

 Das nächste Intensiv-Seminar findet hier vom 27.-31 Juli statt.

 Das Sommerseminar: Wie Gedanken Ruhe finden

 

Es ist, wie schon das Pfingstseminar, offen für alle, die etwas für sich selbst tun wollen und ebenso auch für Interessenten an der Ausbildung. Ihnen wird es als 1. Modul anerkannt.
(Die weiteren Ausbildungsmodule sind vom 12.-16.9. und vom 30.11.-4.12. 20.)


Für das Sommerseminar gilt noch bis zum 22.06. der Frühbucherpreis.

Mehr zum Sommerseminar und zu Anmeldemöglichkeiten.

 

Alle VHS-Tagesseminare sind verschoben. Die neuen Termine werden Sie vor der Sommerpause hier finden.

 

 

Besser schlafen! Online

 

Das "Odenwald-Institut" bietet ein weiteres Live-Online-Seminar mit mir zu dem für viele so heiklen Thema „Schlafstörungen“ an.

Termine: 29.Juni/ 2. Juli/ 6.Juli/ 9. Juli jeweils 18.30-19.15
Kursgebühr: 48 €

Infos/Anmeldung hier

 

Themen des Online-Seminars:

Mentales Entschlacken am Ende eines Tages.

Ein Rhythmus zum (Wieder-) Einschlafen

Grooven statt Grübeln

Follow Up-Treffen: Austausch der Erfahrungen, Fragen und Kontakte

Bewege diesen Vagus! Liebe diesen Vagus! Lebe diesen Vagus!

Es geht um den neu erkannten Ventralen Vagus, der auch Guter Schlaf- oder Glücks- oder Selbstheilungsnerv genannt wird und der für die Sonnenseiten des Lebens zuständig ist.

Ihn zu wecken gelingt mit den 3 Inneren Schaltern der Rossini-Kohärenz-Methode.
Deren Grundtechniken lassen sich offensichtlich auch online ziemlich gut vermitteln.

Mein Anfang war noch etwas holperig. Es ist einfach gewöhnungsbedürftig, aus dem Wohnzimmer in den leeren, resonanzlosen Raum hineinzusprechen. Und ausgerechnet dann klingelt natürlich die Nachbarin, der Hund bellt und die Trecker dröhnen vorbei…

 

Jetzt, nach bereits 9 Online-Workshops in den letzten Wochen wird es immer besser, und die Rückmeldungen sind sehr gut. Und aus dem Wohnzimmerstudio ist mittlerweile ein semiprofessionelles geworden.


 

Etwas anders leben

 

Wir sind gerade Zeugen eines historischen Veränderungsprozesses - mit enormen Verwerfungen. Und ungewissem Ausgang. Für unser Sicherheit suchendes Nervensystem bedeutet das maximalen Stress. Aber diese Zeit ist auch die Einladung, gesellschaftlich und persönlich neu abzubiegen. Reduktion ist angesagt, auf allen Ebenen, und das hat sicherlich auf einer höheren Ebene einen Sinn.

 

Ich habe in den Achtzigern meine Ausbildung in Familientherapie in den USA abgeschlossen und erlebt, nach welchem Prinzip dort die betonharten Fassaden amerikanischer gestörter Smile-Familien erschüttert wurden: "Confusion is good, chaos is better". Wenn schon-  denn schon. Manchmal muss es eben heftig kommen, um aus alten Gewohnheiten rauszukommen und Neues zu entdecken.

 

So wären wir zum Beispiel unter normalen Umständen hier nie auf die Idee gekommen, einige Dörfer weiter nach einem alten Kirchweg zu suchen, den die Menschen schon im Mittelalter nutzten, um die Kirche im nächsten Ort zu besuchen. Dem sind wir am letzten Wochenende gefolgt, waren auch beim Zelt-Abstands-Masken-Gottesdienst dabei – und dann gingen wir  durch die grünen Wiesen wieder zurück, am Ende des Weges von einer eigenartigen Zufriedenheit erfüllt.


 

Wie ist das möglich?

 

Vielleicht kennen Sie diese Szene aus dem Fernsehen

Ein Mensch auf einer sog. „Hygiene-Demo“, von Verzweiflung und Trauer geschüttelt und von einem durchgeknallten Wutbürger angeschrien, findet innerhalb von Sekunden zu klarem Denken und in eine Balance zurück. Wie schafft man das? Der ventrale Vagus macht es möglich, der Meister der Selbstregulation. Bewege, liebe und lebe diesen Nerv!


Lesetipp: Die Psychologie der Dummheit

Erschienen im Riva-Verlag, HG J.F. Marmion

 

"Dummheit ist, Zusammenhänge zu sehen wo es keine gibt“

 

Ein Satz aus dem Buch „Die Psychologie der Dummheit“. Es passt in diese Zeit, ist amüsant geschrieben und wunderbar leicht zu lesen. Autoren sind u.a. Antonio Damasio und
Daniel Kahneman (Nobelpreisträger Psychologie). Hier können Sie das Vorwort downloaden:

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Fernsehtipp

 

 

Nur noch wenige Tage finden Sie in der ARTE-Mediathek die Dokumentation "Zugvögel". Spannende Erkenntnisse über dieses Phänomen und phantastische Filme.

Die majestätischen Flugformationen der Störche - und dann gibt es auch den Kuckuck, der mutterseelenallein durch die eisigen Lüfte in den Kongo flattert. Und wieder zurück!

Wie macht er das? Wir wissen es nicht und werden es möglicherweise auch nie erkunden können. Da ist Demut angesagt.

 

Heute, 16.6., ZDF , 22.15 Uhr: Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs. Der Mensch ist das dümmste aller Tiere. (Auch in der Mediathek).

 


 

Eine Wunderheilung ?

 

Ich erzähle gerne Geschichten von Heilungen durch positive Emotionen.

Hier ist eine weitere:

 

Eine Frau mittleren Alters leidet seit Jahren unter Allergien gegen alles, was sich an Pollen u.a. durch die Lüfte bewegt. Einige Schritte und schon schwillt es an und die üblichen Folgen setzen ein. Müdigkeit, körperliche Symptome, Luftknappheit. Und so verließ sie irgendwann kaum noch die Wohnung. Keine Besserung in Sicht.

Nun wurde sie überredet, für einige Tage einen jungen, ausgesetzten Hund aufzunehmen, bis für ihn ein neues Zuhause gefunden ist. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Das kann man verstehen:

 

Nach kurzer Zeit war klar: dies wird seine neue Heimat sein. Paco bleibt! Nun muss ein Welpe häufig raus, auch nachts. Und dieser verlangt nach längeren Spaziergängen. Alles plötzlich kein Problem für Frauchen, nur noch leichte Symptome - und die nehmen ab!

Wie kann ein kleiner Hund das schaffen, was der Medizin nicht gelingt? Ganz einfach: Er macht Freude! Und Freude heilt! Immer!

 


Schockstarre

 

Selten hat mich ein Beitrag so entsetzt wie ein aktuelles Interview mit dem Hirnforscher Prof. Hüther. Seit 20 Jahren einer meiner geistigen „Leuchttürme“. Ich habe ihm geschrieben:

 

Moin Herr Hüther,

Ihre Arbeit ist für mich seit vielen Jahren wegweisend. Und wir sind uns auch persönlich begegnet, als ich bei Ihrem Psychotherapie- / Gehirn-Kongress in Heidelberg die Rossini-Kohärenz Methode vorgestellt habe.

Und landauf, landab empfehle ich in meinen Veranstaltungen Ihre Vorträge und Publikationen. Denn Sie sind ein großartiger Erzähler, der für die Erkenntnisse der Hirnforschung begeistern kann und wichtige Themen in den öffentlichen Diskurs bringt.

 

Jetzt aber wurde mir gerade ein Interview geschickt, das mich in Schockstarre versetzte. Sie haben es einem „Club der klaren Worte“ gegeben. Einer dieser obskuren Plattformen von selbsternannten "Wissenden", "Recherchierenden" und "Klarsprechenden", die in diesen Pandemie-Zeiten wie Pilze aus dem Boden sprießen und die aus vermeintlich aufklärerischen Motiven durch suggestive Verknüpfung von Halbinformationen Schauermärchen, Misstrauen und düstere Verdächtigungen ins Internet einspeisen. Siehe die Reaktionen auf Ihr Interview bei YouTube! Das können Sie doch nicht wollen!

 

In dem Interview beklagen Sie,

dass wir uns durch die Masken nicht mehr richtig verstehen können und so das Interesse aneinander verlieren werden.

Und dass Kinder, die ein paar Wochen ihre Oma nicht besuchen können, künftig auch andere Bedürfnisse in sich unterdrücken würden. Und im SPIEGEL klagt ein Psychiater gerade: „Die Jugend wird die nächsten zwanzig, dreißig Jahre ruiniert sein.“

 

Welch blamable Weinerlichkeit, angesichts dessen, was Menschen woanders auf der Welt oder die Generationen vor uns aushalten und verarbeiten mussten. Ohne die Lebenskraft zu verlieren oder zum Einsiedler zu werden.

Nein, so armselig sind wir Gott sei Dank nicht ausgestattet. Und dieses Wissen verdanke ich u.a. Ihnen. Was hat Sie nur veranlasst, mit solch haarsträubenden Aussagen der Fraktion von Populisten, Verschwörungserzählern etc. Futter zu geben?

 

Zu den Masken: Wo tragen die meisten von uns sie überhaupt? In Bus und Bahn, beim Einkaufen und beim Betreten von Lokalen! Wenn überhaupt, dann führen wir in diesen Situationen selten so bedeutsame Gespräche, dass die Mimik des anderen eine große Rolle spielt. Auch sachlich liegen Sie m.E. nicht richtig. Ist es nicht lange bekannt, dass für die Wahrnehmung eines anderen Menschen dessen obere Gesichtshälfte relevant ist? Die Augen, das Spiel der Muskeln um die Augen herum. Und die bleiben frei!

Das Ganze tragen Sie mit besorgter, anklagender Attitude vor, und man fragt sich nach den Adressaten Ihrer Klage. Wen meinen Sie eigentlich?

Und wie hätten Sie im Februar/März anstelle der Regierenden gehandelt, die ja bekanntlich für das Wohl der Bevölkerung verantwortlich sind?

 

Natürlich nervt dieser Virus. Aber: Diese Pandemie ist nun mal da und mit rasender Geschwindigkeit über uns gekommen und auch heute weiß man noch sehr wenig über den Charakter des Virus. Nur die Populisten wissen alles ganz genau und kennen die Schuldigen: Angela Merkel, die Virologen, Bill Gates, der Teufel selbst, die Chinesen, das Weltjudentum….

Die anderen aber suchen und forschen weiter und sind sich manchmal nicht einig. Sie kommen selbst aus dem Wissenschaftsbetrieb. Da geht es doch immer wieder um das Prinzip " Versuch und Irrtum". Deshalb sind Fehler, Irrwege unvermeidlich und gewollt.

 

Ich finde, dass gerade wegen der ganzen Einschränkungen neue, kreative, großartige Projekte des Miteinanders entstanden sind. Das ist sonst doch auch Ihr erklärtes Anliegen.

Hier und überall erweist sich doch die Plastizität unseres Gehirns, über die ich von Ihnen vor 20 Jahren zuerst gehört habe. Die Fähigkeit es Menschen, sich immer wieder, bis zum letzten Atemzug, an neue und auch schwierigste Situationen anzupassen. Darauf hinzuweisen und so Menschen zu ermutigen, das ist aus meiner Sicht einer Ihrer Verdienste. Wir werden diese Zuversicht brauchen – und hoffentlich sind Sie demnächst wieder mit dabei! .


 

Hier gehts zum Interview mit Hüther

Und hier zum Download ein Artikel im Wissenschafts-Magazin SPEKTRUM zum Thema Masken

Download
Das hin und her mit den Masken.pdf
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Zum Schluss gebe ich gerne einen Musik-Tipp für sehr stille Stunden weiter und grüße alle herzlich!  Peter Bergholz